Am 1.10.1928 schlägt die Geburtsstunde der FORTE unter dem Namen „Schule mit Öffentlichkeitsrecht für Mandoline, Zither, Geige und Gitarre“. Gegründet von Prof. Eduard Grassl in einer Zeit, in der die Menschen nach Ablenkung von der eigenen, schwierigen Lage suchen. In der FORTE finden immer mehr Musiker jene Freude und Gemeinschaft, die ihnen der Staat nicht bietet.

Die Freude des florierenden Vereins dauert nicht sehr lange. Nach Durchsuchung der Polizei wird der Verein gesperrt. Die Kasse wird beschlagnahmt, das Geld taucht nie wieder auf. Die Instrumente aber befinden sich in privaten Händen. Sie überleben das Jahr 1934. Im Gegensatz zu manchen anderen ÖsterreicherInnen - auch das ist ein Teil der Vereinsgeschichte.

1937 findet der 1. Mandolinen Orchesterbewerb im Großen Konzerthaussaal um das “Goldene Band der Stadt Wien” statt. In diesem Jahr wird auch erstmals im Verein Akkordeon unterrichtet. Nur ein Jahr später verbieten die Nationalsozialisten den Musikunterricht des Vereins. Eduard Grassl muss das Vereinslokal binnen 48 Stunden räumen. Es beginnen sieben magere Jahre.

1953 feiert die FORTE ihr 25-jähriges Bestehen: im ausverkauften Großen Konzerthaussaal. An die 200 MusikerInnen spielen eines der erfolgreichsten Großkonzerte der Vereinsgeschichte. Wir befinden uns in der Blütezeit des Vereins. Fünf Orchester spielen bis zu neun Konzerte jährlich, wegen Platzmangels muss der Einzel- dem Gruppenunterricht weichen …

In diesen Jahren feiert der Verein seine 2. Blüte: Ausverkaufte Konzerte, unterschiedlichste Engegaments und zahlreiche Bühnenerfolge machen die FORTE zur Marke in der Branche und im 20. Wiener Bezirk.

Nach dem Tod Eduard Grassls ist die Geschichte des Vereins vor allem geprägt durch einen häufigen Wechsel der Dirigenten und der Vereinsleitung. Neben der verstärkten "Musikvereinsmüdigkeit" der WienerInnen führt auch dieser Umstand zu einem kontinuierlichen Schwund an SchülerInnen und Mitgliedern.

Im Jahre 2000, nach einem Festwochen-Konzert vor rund 30 ZuhörerInnen, überlegt der Vereinsvorstand die FORTE zu schießen.

Doch Silvia Gassenbauer nimmt als Obfrau die Zügel in die Hand – unter Ihrer Vereinsleitung gelingt es, das Ende des Vereins abzuwenden: Die Jubiläumskonzerte 75 Jahre forte am 21. November 2003 und 80 Jahre forte am 2. Dezember 2008 mit rund 230 ZuschauerInnen sind der Dank dafür.

Das neue Jahrtausend bedeutet auch für die FORTE einen Aufbruch in eine neue Ära – das geänderte Musikprogramm und die intensivierte Betreuung des Publikums bringen ausverkaufte Konzerte und ein positives Echo: So fand das Jahr 2011 beim Weihnachtskonzert der FORTE mit einem bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal im Amtshaus des 20. Bezirks seinen musikalischen Abschluss.

Die Serie der ausverkauften Konzerte setzt sich auch im Sommer fort: Mehr als 140 Gäste besuchen im Juni 2012 die FORTE Sommer Party und sorgen so für einen sehr erfolgreichen Abend.

Ein weiteres Highlight des Jahres bringt unser Konzert anlässlich des Musik-Festivals "Stürmische Tage beim Tschauner". Ein stilistisch sehr breit gefächeter Melodienreigen soll zeigen, welche musikalischen Möglichkeiten ein Akkordeon bietet. Das Publikum der sehr gut besuchten Stegreifbühne in Wien reagiert begeistert und verlangt uns mehr als 30 Minuten Zugaben ab ...

Die Konzerte 2012 finden Ihren Abschluss in unserem Weihnachtskonzert. Ein stimmungsvolles und bis über den letzten Platz besuchtes Konzert ist der Lohn für die manchmal auch anstrengende Probenarbeit. Wenn dann am Schluss des Konzerts rund 150 Gäste im Chor gemeinsam zu unserer Musik Weihnachtslieder singen, weiß man, dass wir mit unseren Akkordeons wieder einmal für die entsprechende Stimmung sorgen konnten.  

Mit dem Donauwalzer geht 1953 das 25 Jahr Jubiläum der FORTE über die Bühne des ausverkauften Großen Konzerthaussaals. Etwa 100 AkkordeonspielerInnen, 60 MandolinenspielerInnen und 40 weitere Instrumentalisten verhelfen unter der Leitung von Eduard Grassl diesem Konzert zu einem fulminanten Erfolg. Und 60 Jahre später? Zwei nahezu ausverkaufte Konzerte unter der Leitung von Martin Hlavacek im Haus der Begegnung XX und die spezielle "forte-Stimmung" bei beiden Konzerten machen das Jubiläumsjahr 2013 zu einem großen Erfolg: Mehr als 500 Gäste feiern mit uns 85 Jahre FORTE!

Diesen Erfolg wollen wir 2014 natürlich fortsetzen: Mit dem Programm "Papa Loves Mambo" bringt die FORTE am 20. Mai südamerikanische Rhythmen und Balladen auf die Bühne des Hauses der Begegnung XX. Und im Dezember 2014 steht nicht nur das Christkind vor der Tür, sondern auch das traditionelle Adventkonzert der FORTE: Am 2. Dezember 2014 heißt es wieder, Weihnachtskeks eingepackt, auf zum Konzert und zum Singen von Weihnachtsliedern.

Schon kommen wir ins Jahr 2015: Am 16. Juni 2015 laden wir wieder ins Haus der Begegnung im 20. Wiener Gemeindebezirk. Diesmal steht unser Konzert ganz im Zeichen von Superhits der letzten Jahrzehnte. Viele sind der Einladung gefolgt und mit ca. 300 Gästen ist der große Saal des HdBs wieder bis auf den letzten Platz gefüllt.

Mit Irvin Berlins There´s no Business Like Showbusiness wird das Konzert eröffnet und das folgende Medley der Comedian Harmonistsder Boygroup der 30er Jahre – verleitet unser Publikum mit bekannten Melodien, wie Mein kleiner grüner Kaktus;  Ein Freund, ein guter Freund und Veronika, der Lenz ist da gleich zu Beginn zum Mitsingen. Es folgen das von Augustin Lara 1932 geschriebene Granada – ein Lied das schon vielen berühmten Tenören über die Lippen gegangen ist, sowie das von Elvis Presley berühmt geschmeichelte Love Me Tender. Beim Potpourri Im weißen Rössl von Ralph Benatzky bekommen wir wieder textsichere Unterstützung des Publikums, das bei alten Hadern wie Im weißen Rössl am Wolfgangsee,  Mein Liebeslied muss ein Walzer sein,  Zuschau´n kann i net und Was kann der Sigismund dafür Takt- und Tonartwechsel mitmacht, als hätten wir gemeinsam geübt.

Im Anschluss betritt ein Überraschungsgast die Bühne: Karl Tattyrek, seines Zeichens Kaisermühlner Heimatdichter und Schmähtandler, erscheint alias Charlie Derb zum vermeintlichen Vorsingen und gibt das Fiakerlied mit weinaffiner Textadaption zum Besten. Begleitet wird er von unserem Alfred Pinkava am Akkordeon. Nach einer spaßigen Doppelconference  à la Farkas – Waldbrunn mit unserem Dirigenten Martin Hlavacek überlässt Karl wieder uns die Bühne und mit dem schwungvollen Medley deutscher Schlager der 60er Jahre,  Catherina, Conny & Co., schicken wir ein vom Singen ausgehungertes Publikum in die Pause zur verdienten Labung an Brötchen, kühlen Getränken und selbstgemachten Kuchen.

Mit Tom Jones Greatest Hits start der zweite Teil unseres Konzertes und endlich zahlt sich die komplette Verstärkung samt Tontechniker Chris am Mischpult bei Delilah,  Green Grass of Home,  Help Yourself und She´s a Lady so richtig aus. Den harschen und dann wieder ganz sanften Tönen der Bohemian Rhapsody, 1975 vom unvergesslichen Freddie Mercury geschrieben und erster Nummer 1  Erfolg von Queen folgt Dirty Dancings Hebefigurhit  I´ve Had The Time of My Life, der Erinnerungen an Baby, Johnny und Wassermelonen durch den Saal schickt. Mit Britney Spears bestverkaufter Single der Welt, dem legendären Baby One More Time - arrangiert von iris Gassenbauer - wird auch die Tanzfläche des Girl Pops bespielt.

Dass dem großartigen Entertainer Udo Jürgens im Rahmen eines Hitkonzerts gehuldigt werden muss, bleibt außer Zweifel. Deshalb fehlt auch Wolfgang Russ‘ Arrangement großer Hits wie Siebzehn Jahr, blondes Haar, Ein ehrenwertes Haus,  Aber bitte mit Sahne und Merci, Cherie an diesem Abend nicht. Begleitet werden wir von unserer frisch maturierten Pianistin Barbara König.

Mit dem letzten offiziellen Stück der Setlist, Back to the Sixtees, zeigt unser Schlagzeuger Leo Gach wie viel Rock wirklich in ihm steckt und gibt uns den Beat für  Get Back, Hold Tight, Venus, Proud Mary und Marmor, Stein und Eisen bricht.

Unser Publikum, nun in absoluter Feierlaune, erklatscht sich noch zwei Draufgaben: The  Final Countdown von Joey Tempest und, nach ausgefeilter Pyrotechnik, das Medley des einzigartigen Peter Alexander: Ein letztes Mal zeigt der Publikumschor was er drauf hat und begleitete uns bei Danke schön, Das tu ich alles aus Liebe, Die kleine Kneipe, Ich weiß was dir fehlt, Der letzte Walzer und Feierabend.

Am 15. Dezember 2015, ein paar Tage nachdem wir bei der Weihnachtsfeier der Pensionisten im 20. Bezirk auftreten durften, stand unser Weihnachtskonzert auf dem Programm.

„Ich hab mich wirklich für euch gefreut, dass es so gut gelaufen ist! Die Weihnachtslieder waren auch extrem schön, die Leute haben mit so viel Gefühl mitgesungen, ich hab richtig Gänsehaut bekommen! Da ist wirklich Weihnachtsstimmung aufgekommen!“, so der Kommentar einer Besucherin. Wer längerfristig planen will: Am 13. Dezember 2016 gibt es unser nächstes Weihnachtskonzert.

VAMÖ-Konzerte 2016
Musikalisch begannen das Konzertjahr 2016 für uns am 12. März in der Seniorenresidenz am Kurpark Oberlaa, 1100 Wien: Der Verband der Amateurmusiker und -vereine Österreichs lud uns auch heuer wieder ein, im Rahmen seiner VAMÖ-Konzerte aufzutreten. Bewusst wählten wir für diesen Auftritt drei sehr unterschiedliche Medleys aus der „modernen“ Literatur: Glenn Miller, Carpenters und Beatles. Auch wenn Sie jetzt ob des Begriffs „modern“ schmunzeln mögen (Glenn Miller erhielt seine 1. Goldenen Schallplatte vor rund 75 Jahren und die Beatles feierten ihre größten Charts-Erfolge in den 60er-Jahren des letzten Jahrtausends): Es ist erst seit einigen Jahren als Akkordeon-Orchester möglich, bei Musikverlagen gute, anspruchsvolle Arrangements von Jazz-, Rock- und Pop-Standards zu kaufen (auch wenn diese schon mal an die 100,- Euro kosten können). Freilich: In den Zeiten, in denen unser Vereinsgründer Prof. Eduard Grassl noch aktiv war hat er viele Stücke für den Verein arrangiert – aber viele Hits von damals kennt man heute nicht mehr … Umso dankbarer sind wir Leo Gach (unserem Schlagzeuger, der kürzlich die Beatles für Akkordeon-Orchester arrangiert hat) und Iris Gassenbauer, wenn es von ihnen wieder neue Arrangements oder Kompositionen gibt.

Jedenfalls ist es für uns immer eine Freude, wenn wir zu Konzerten eingeladen werden – egal, ob es auf die Tschauner-Bühne, ins Schutzhaus Zukunft auf der Schmelz oder in die Seniorenresidenz am Kurpark Oberlaa ist!
 

Hit-Konzert Vol. 2
Um nicht mit den Spielterminen der Fußball-EM zu kollidieren ging unser Festwochenkonzert 2016 bereits am 9. Mai über die Bühne. Auf Grund des großen Erfolgs 2015 haben wir uns auch heuer zu einem Hitkonzert entschlossen. 
 
Aus zahlreichen Möglichkeiten haben wir – quer durch die Jahrzehnte – eine Stückauswahl getroffen, die unser Publikum durch das „Who is Who“ der Swing-, Pop- und Rockszene führte.

Mit Sing, Sing, Sing von Benny Goodman und der Glenn Miller Story eröffneten wir unser Konzert mit swingenden Melodien von zwei der berühmtesten Jazzmusiker der 30er Jahre. Es folgte das von unserem Schlagzeuger Leo Gach arrangierte und schwungvoll vorgetragene Medley Beatles Power. Die bekannten Melodien der Liverpooler Pilzköpfe ließen bei unserem Publikum Erinnerungen an ihre Jugendzeit wach werden. Mit gefühlvoll interpretierte Melodien wie Don‘t Be Cruel, It‘s Now Or Never und Love Me Tender aus dem Medley Elvis Forever breitete sich eine wunderschöne Stimmung im Saal aus. Natürlich darf bei einem Hitkonzert einer der größten deutschsprachigen Rock‘n Roller nicht fehlen – Peter Kraus! Mit Sugar Baby, Diana, Sweety, geh nicht an mir vorbei und Unter einem Regenschirm am Abend entließen wir unsere Gäste beschwingt in die Pause zu Brötchen und erfrischenden Getränken.
 
Beim ersten Stück nach der Pause war zur Überraschung des Publikums kein Akkordeon auf der Bühne. Susanne König und Melanie Karner (Gesang), Mariana Hlavacek (Gitarre), Iris Gassenbauer (E-Bass) sowie Martin Hlavacek (Cajon) intonierten die Ballade More Than Words der US-amerikanischen Band Extreme. Eine gelungene, musikalische Abwechslung für unsere Gäste.
 
Danach ging es mit voller Besetzung weiter! Eloise von Paul Ryan wurde imposant vorgetragen und Dank des tollen, modernen Arrangements von Wolfgang Ruß konnten wir auch ein Medley der großartigen britischen Rockband Supertramp in unser Programm aufnehmen. Mit den letzten Stücken luden wir unser Publikum zu einem Discobesuch mit Discokugel, Schlaghose und natürlich Discokrachern der 70er und 80er Jahre ein: Y.M.C.A., der Boney M. Mix sowie ein Medley der schwedischen Popgruppe ABBA folgten. 
 
Im Herbst stand dann eine mediale Überraschung ins Haus: Für Ö1 wurde ein Radio-Kolleg zum Thema "Akkordeonmusik in Österreich" gestaltet. Bei dieser vierteiligen Sendereihe war auch die forte mit Musik und Interviews zu Gast.

Dass die forte auch in kleiner Besetzung gut musizieren kann, zeigten zwei Auftritte gegen Ende des Jahres: Im Bezirksmuseum Wien 20 begleiteten wir musikalisch die Eröffnung einer Fotoausstellung und auch  für die Weihanchtsfeier, die der Bezirk für die Pensionisten ausrichtete, wurden wir wieder auf die Bühne gebeten.

Mit dem Weihnachtskonzert 2016 am 13. Dezember fand das musikalische Jahr der forte zu einem sehr stimmungsvollen und äußerst gut besuchten Ausklang. Neben der Musik gab es eine zusätzliche Überraschung für unsere Gäste: Die österreichischen Staatsmeister in der 10-Tänze-Kombination und Tanz-WM-Teilnehmer Barbara Westermayer und Klemens Hofer tanzen Tango zu Jacob Gades Jalousie und Walzer zu Karel Svobodas Drei Nüsse für Aschenbrödel.